Bücher - British Classic, die Zweite

Wollen Sie ein klassisches Motorrad britischer Provenienz – solo oder als Gespann – erwerben, benötigen Sie im Vorfeld einige Informationen. Diese bietet der jüngste Band der bei Veloce erschienenen Reihe „The essential Byer's Guide“ für die ab 1946 in Birmingham gebauten Velocette-Einzylinder mit 350 und 500 Kubik. Der englischsprachige Ratgeber wartet mit allgemeinen Tipps und modellspezifischen Eigenheiten zum Gebrauchtkauf auf. Im Anhang finden sich eine Modellübersicht, technische Basisdaten und eine Zuordnung der Motor- und Fahrgestellnummern zu den jeweiligen Modellen. Damit hat der geneigte Käufer schon einige Anhaltspunkte, um den Zustand einer Velocette zu prüfen. Deutschsprachige Bücher zur Marke gibt es nicht, wohl aber einige englischsprachige Publikationen. In der Reihe „Essential Byer's Guide“ bietet Veloce Publishing Ratgeber zu diversen anderen Modellen an – und nicht nur zu solchen von der Insel.

Als nicht minder ehrwürdig gilt Matchless. Die Historie der in London ansässigen und bis Ende der 1960er Jahre produzierenden Marke widmet sich der gerade erschienene Titel „Matchless – in name and reputation“. Autor Bill Cakebread war AMC (Associeted Motorcycles), dem Überbau von Matchless und auch AJS, schon seit seinen Lehrjahren verbunden und beleuchtet die Historie akribisch und dabei kritisch distanziert. Um einiges über Matchless zu erfahren, reicht Schul-Englisch aus. Doch für die Feinheiten, die einigen Aufschluss über den Untergang der britischen Motorrad-Industrie geben, braucht es profunde Sprachkenntnisse. Das überwiegend in Schwarz-weiß präsentierte Bildmaterial ist nicht von einheitlich guter Qualität – wie das bei historischen Vorlagen halt hingenommen werden muss.

Auch zur Kultmarke Vincent gibt der deutschsprachige Buchmarkt nichts her. Umso erfreuter dürften die Fans der leistungsstarken V-Twins das vorliegende Werk „Vincent Motorcycles“ des in den USA lebenden Franzosen Philippe Guyony aufnehmen. Auf satten 400 Seiten, mit 875 Fotos garniert, beschreibt der Autor mit viel Tiefgang die Geschicke des Unternehmens, seiner Modelle und der Aktivitäten rund um die Kernmarke. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei seit den späten 1960er Jahren Fritz Egli. Im Vorwort offenbart der ausführlich gewürdigte Schweizer Tuner, dass er mittlerweile eine Shadow mit dem französischen Steib-Nachbau von Precision pilotiert. Auch andere Gespannumbauten tauchen in dem umfangreichen Werk auf. Bleibt festzuhalten, dass das Buch in britischen Pfund, Euro und Dollar zu dreistelligen Beträgen angeboten wird. Völlig okay, denn ein solcher Kraftakt aller Beteiligten lässt sich nicht zu Schnäppchenpreisen vermarkten. Und zum Glück kann das wohlfeile Internet bei derartigen Spezialthemen bis auf weiteres nicht mithalten.

Fazit: Alle drei Bücher sind für Liebhaber dieser Marken unbedingt preis- und kaufenswert.

AK51/16

Bill Cakebread – Motorcycle Apprentice: Matchless – in name and reputation; Veloce Publishing Ltd. Reprint 2016, 128 Seiten, 102 Fotos farbig u. s/w, Format 21 x 25 cm, Softcover, ISBN 978-1-787110-49-6, www.veloce.co.uk, ab 25,00 Euro im Internethandel. Philippe Guyony – Vincent Motorcycles, The untold Story since 1946; Veloce Publishing Ltd. 2016, 400 Seiten, 875 Fotos farbig u. s/w, Format 25 x 25 cm, Hardcover, ISBN 978-1-845849-02-3, www.veloce.co.uk, ab 113,00 Euro im Internethandel. Peter Henshaw – Velocette 350 & 500 Singles 1946 to 1970, The essential Byer's Guide; Veloce Publishing Ltd. 2016, 64 Seiten, 100 Farbfotos, Format 14 x 19,5 cm, Softcover, ISBN 978-1-845849-41-2, www.veloce.co.uk, ab 9,00 Euro im Internethandel.