Lefèvre - Innovations-Offensive

Unlängst hat Lefèvre eine BMW K 1200 GT mit seiner hauseigenen Achsschenkellenkung nach Österreich ausgeliefert. Als Beiwagen kommt der LTS III als Zweisitzer-Ausführung des LTS zum Einsatz. Zugmaschine betagt, Beiwagen noch älter – damit scheint die Kombination völlig unspektakulär. Ist sie aber nicht, denn unter den Kunststoffschalen verbergen sich einige interessante Detaillösungen. Zunächst ist hier die über das Pedal betätigte Integralbremsanlage mit stärkerer Hinterradbremsscheibe zu nennen. Die zweite Bremszange über der innenbelüfteten Scheibe am Vorderrad ist mit einem zusätzlichen Sattel am Bootsrad kombiniert.

Ergänzt wird die Anlage neuerdings durch eine Feststellbremse, an deren Mechanismus Unbefugte ohne Kenntnis der Konstruktion nicht manipulieren können. Für den Fahrer lässt sich die Arretierung dagegen problemlos lösen. Weiterhin hat Lefèvre auf Kundenwunsch seine Seitenradaufhängung mit einer aktiven Lenkung verbaut, bei der das Rad in Rechtskurven stärker als in Linkskurven einlenkt.

Daneben gibt es einige praxis- und komfortorientierte Detaillösungen. Dazu gehört eine Beiwagenheizung mit zuschaltbarer stufenlosem Gebläse, die ihre Wärme vom Motorkühlsystem erhält. Jedoch dominiert weiterhin die Steuerung für den Motor, sodass dessen Thermik nicht beeinträchtigt wird. Mit einer Klappe in der Bodengruppe kann die Warmluft komplett aus dem Fahrgastraum ferngehalten werden. Der Beiwagen lässt sich demontieren, ohne das Kühlsystem öffnen zu müssen. Zudem ist das damals für den LTS III entwickelte Kabinendach optimiert, Automatik-Sicherheitsgurte und Pannenset (in Österreich Vorschrift) gehören zur Ausstattung.
Unabhängig von dem gezeigten Gespann hat Lefèvre mittlerweile eine weitere fahrwerktechnische Lösung zur Serienreife entwickelt. Seine neue Beiwagenradführung LNZ (Lefevre Niveauausgleich Zusatzfeder) wird zukünftig für die Beiwagenfahrgestelle seines Kooperationspartners Ott erhältlich sein. Sie bietet stufenlose Vorspur-Einstellung, progressiver Zusatzfederung und manuelle Niveauregulierung zur Kompensation starker statischer Einfederung. Hauptvorteil soll das feinere Ansprechverhalten auf Fahrbahnunebenheiten und damit ein spürbarer Komfortgewinn sein. Inwieweit das LNZ die hochgesteckten Erwartungen erfüllt, wird die Titelgeschichte in M-G Nr. 161 verraten. Für die ist ein Fahrbericht mit einer Moto Morini in Vorbereitung.

AK24/17, Fotos: Lefèvre

Info: lefevre-gespanntechnik.de