Boom - Hayabusa im Heck
Trikes mit Motorradmotoren im Heck sind nicht neu. Wechselwillige Biker mögen solcher Transplantation skeptisch gegenüberstehen, weil derartige Dreiräder - anders als Conversion-Trikes - schon optisch nichts mehr mit ihrem originären Spielzeug gemein haben. Aus fahrwerktechnischer Sicht dürfte die Kombination des Motorradantriebes mit einem klassischen Custom-Trike allerdings mehr Potenzial bieten. Mag das Conversion-Konzept von einer Triumph Rocket noch nicht überfordert sein, kann ein Kaliber wie die Suzuki Hayabusa es aber durchaus an seine Grenzen führen. Immerhin darf man für Gespanne und Trikes bei 197 PS Höchstgeschwindigkeiten deutlich über 200 km/h erwarten. Und daran müssen sich Konstrukteure orientieren. Denn irgendein Kunde wird auf der Autobahn bestimmt den Gasgriff bis zum Anschlag aufdrehen. |
Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass Boom die Hayabusa nicht zum Moto-Trike umbaute, sondern den bärenstarken Motor in ein eigenständiges Gitterrohr-Chassis transplantierte. Das mächtige Vorderrad mit der Bereifung 200/15 ZR 17 wird von einer Schwingengabel geführt. Für die Hinterachse setzt Boom auf Einzelradaufhängung. Die Bilstein-Racing-Federung erlaubt zehn Einstellungen für die Dämpfungszug-und druckstufe. Ein zusätzlicher Stabilisator sorgt für ausgewogenes Kurvenverhalten. Bereift sind die Leichtmetallräder mit 295/30 ZR 18 oder 335/30 ZR 18. Das fahrfertig 500 Kilo wiegende Trike wird vorne von zwei Vierkolbenzangen auf 310er Scheiben und hinten von zwei Einkolbensätteln mit innenbelüfteten 360er Scheiben verzögert. Zum Gewicht addiert sich der Kraftstoffvorrat mit mit 21 Litern im "Motorradtank" und 15 Litern in einem zusätzlichen Spritbehälter. |
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Der Heckmotor erlaubt satte 2650 mm Radstand - Fragen zum Geradeauslauf und zur Wheelie-Tendenz dürften sich damit erübrigen. Der Endantrieb erfolgt per Carbon-Zahnriemen (eine Herausforderung für den Lieferanten). Eine Rückfahrhilfe sowie eine Schaltautomatik sind serienmäßig.
Zweifellos gebührt den Boomern für dieses Trike hohes Lob. Doch ob ein Hayabusa-Antrieb im Heck reicht, auch die Motorrad- oder Gespannfahrer auf drei symmetrisch angeordnete Räder einzuschwören, muss sich noch zeigen. Mangels zulassungsfähiger Mototrike-Alternativen bleibt dem Power-Fan allerdings keine Wahl. Und eine schlechte ist der Dreier aus Sontheim unter diesen Aspekten gewiss nicht...
hayabus-na.pdf [509 KB]
Kontakt: http://www.boom-trikes.com
Fotos: Boom
AK46/11
























