Harley-Davidson -Tri Glide in Deutschland käuflich

Schon länger zeichnete sich ab, dass der deutsche Harley-Davidson-Importeur das Conversion-Trike "Tri Glide" seines Stammhauses nicht importieren wird. Vor dem Hintergrund, dass für die Straßenzulassung eine aufwändige EU-Homologation notwendig wäre, mag solche Zurückhaltung verständlich sein. Denn ob sich - aus Sicht der "Company" - lukrative Stückzahlen realisieren lassen, ist fraglich. Andererseits sagt der Volksmund: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Vielleicht sollten die europäischen Niederlassungen daher gerade in diesen schwierigen Zeiten mehr Mut beweisen.
Nach unserer Einschätzung hätte ein Conversion-Trike der Kult-Marke viel bessere Chancen als jedes noch so perfekt gemachte Pendant. Schließlich macht es einen Unterschied, ob man mit einer originalen Harley-Davidson oder mit einem Dreirad von Boom, Rewaco oder W-Tec beim Treffen oder sonstigen Anlässen vorfährt - ganz unabhängig von der technischen Ausführung oder der Verarbeitungsqualität. Mit Hilfe von Harley-Davidson hätten Conversion-Trikes jedenfalls die beste Chance, auch in Mitteleuropa salonfähig zu werden.

Immerhin: Als der Kamener Markenhändler Pfeiffer Anstalten machte, das Tri Glide in Eigenregie zu importieren, stellte sich die deutsche Niederlassung nicht quer, sondern begleitete das Engagement ihres langjährigen Partners wohlwollend -keine Selbstverständlichkeit. Schon deshalb gebührt HD-Deutschland der Dank der Moto-Trike-Fans. Kurz und gut - ab sofort ist das auf der Electra-Glide Ultra Classic basierende Tri Glide dank Pfeiffer auch über deutsche Markenhändler erhältlich. Für die Zulassung erhält das Dreirad eine EU-konforme Schalldämpferanlage sowie spezielle Blinker.
Produziert wird das Tri Glide nach Maßgabe von Harley-Davidson beim Trike-Spezialisten Lehman mit Stammsitz in Kanada und einem 2004 gegründeten Zweigwerk in Spearfish/South Dakota. Wie bei den eigenen Konstruktionen kommt auch im Heck des 516 Kilo schweren und 2,65 Meter langen Tri Glide eine "No-Lean"-Starrachse zum Einsatz.

Für leichtere Lenkbarkeit des Vorderrades mit der Bereifung MT90 B 16 hat Harley-Davidson den Nachlauf von 158 auf 99 mm reduziert, dazu wurde Lenkkopfwinkel von 32 Grad auf 29,25 Grad steiler gestellt und die Gabel geändert. Ein hydraulischer Lenkungsdämpfer gehört zur Serienausstattung. Die Siebenspeichen-Alugussräder sind mit 205/65 R 15 bereift und von Scheibenbremsen verzögert.
Eine Parkbremse ist in die Bremsanlage integriert. Für Wartungsarbeiten lassen sich die Heckkotflügel abnehmen. Bei der Farbgebung hat man die Wahl zwischen schwarz, dunkelblau und rot.
Da bleibt zu hoffen, dass die einschlägigen Motorrad- und Automagazine sich nun verstärkt dem Thema Moto-Trike widmen. Jetzt, wo doch ganz offiziell Harley-Davidson auf dem Tank steht...

Kontakt: http://www.hd-pfeiffer.de

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