Motocross - Die Dreieiligen

Nach dem dritten Grand Prix zeichnet sich ab, dass diese Weltmeisterschaft auf einen Dreikampf zwischen Etienne Bax/Nicolas Musset, Valentin Giraud/Elvijs Mucenieks und Daniël Willemsen/Robbie Bax hinausläuft. Regen am Samstag hatte die Piste im tschechischen Kramolin aufgeweicht. Die Trainings- und Qualifikationsrunden sorgten dann für teilweise tiefe Spuren und Löcher. Den drei Top-Teams machte das jedoch wenig aus: Wie gewohnt sicherten sie sich die besten Startplätze. Diesmal kämpften auch Koen Hermans/Kenny van Gaalen ganz vorne mit.

Den ersten Start gewannen Benjamin Weiss/Patrick Schneider. Doch genügte Multimeister Willemsen eine halbe Rund, um vorbeizuziehen und seinen zweiten GP-Laufsieg in dieser Saison einzufahren Bax/Musset und Giraud/Mucenieks konnten das Tempo mitgehen, kamen jedoch nie ernsthaft in Schlagdistanz. Währenddessen mussten die Österreicher weiteren Teams den Vortritt lassen und sahen an dreizehnter Stelle hinter Andreas Clohse/Andres Haller die Zielflagge.

WM Kramolin Team Faustmann

Im zweiten Lauf konnten sich zunächst Willemsen/Bax an die Spitze setzen. Doch diesmal attackierten Bax/Musset erfolgreich und bauten mit dem Laufsieg ihren Tabellenvorsprung auf die wiederum drittplatzierten Giraud/Mucenieks aus. Clohse/Haller verbesserten sich auf den zehnten Rang, Weiss/Schneider verpassten die Punkteränge als 21. knapp. Diesmal konnten auch Andreas Bürgler/Martin Betschart Punkte erkämpfen, obwohl sie zwischenzeitlich durch einen gelösten Zündunterbrecherschalter zurückgeworfen wurden. Im ersten Lauf hatten die Schweizer mit einem Motorschaden aufgeben müssen, der durch ein Leck im Ölkühler verursacht worden war.
Erwartungsgemäß hatten sich deutlich mehr Gespanne für den beliebten Tschechien-GP angemeldet als eine Woche zuvor für den WM-Lauf in Chernivtsi/Ukraine. Bei 52 angetretenen Teams war die Auslese entsprechend hoch. So schafften Tobias Blank/Michael Klooz, Joachim und Philipp Reimann, Marcus Prokesch/Patrick Schmidt sowie Adrian Peter/Patrick Leskow die unter erschwerten, weil schlammigen Streckenbedingungen ausgetragene Qualifikation ebensowenig wie die meisten der überraschend zahlreich angetretenen Schweizer Formationen. Zu diesen gehörten Kevin Battaglia/Philipp Furrer, Christophe und Maxime Cuche, Adrian Leutenegger/Pascal Leutenegger sowie Fabian Hofmann/Cornelio Dörig.
So kamen von den Eidgenossen neben Bürgler einzig Marco Heinzer/Ruedi Betschart in die Rennen und zu WM-Punkten. Von den deutschen Teams qualifizierten sich neben Andreas Clohse, der von den Folgen seines Unfalls in Wriezen genesen ist, auch Silvio Senz/Nick Maas. Im ersten Lauf startete das deutsch-niederländische Gespann schlecht und kam dann nicht mehr in die Punkteränge. Den zweiten Durchgang musste Senz abbrechen: „Ich bekam einen Stein aufs linke Knie geschleudert. Eine Weiterfahrt war unmöglich.“ Nun hofft der DM-Sechste, bis zum nächsten Rennen am kommenden Wochenende in Schopfheim wieder fit zu sein.
Auch für Marcel Faustmann/Max Frech verlief der GP von Tschechien mit Hindernissen. Nachdem die Süddeutschen in der Qualifikation ihre Vorderbremse bei einem Crash ramponierten, schafften sie via Last-Chance in die Hauptrennen. „Im ersten Lauf überholte Steegmans den direkt vor uns fahrenden Glenn Cools. Der kippte dabei um und wir konnten nicht mehr ausweichen“, erläutert Faustmann seinen 28. Rang. Besser lief es im zweiten Rennen mit einem WM-Punkt.
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Ergebnisse:

1. Lauf: 1. D.Willemsen/R.Bax (NL), WSP-Zabel. 2. E.Bax/Musset (NL/F), WSP-Zabel. 3. Giraud/Mucenieks (F/LV), WHT-KTM. 4. Hermans/Van Gaalen (NL), VMC-Zabel. 5. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Mega. 6. Vanluchene/Kurpnieks(B/LV), VMC-Zabel. 7. Brown/J. Millard (GB), WSP-Zabel. 8. Wilkinson/D. Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 9. Gert van Werven/S. van der Putten (NL), WSP-TM. 10. Veldman/J. Van der Putten (NL), WHT-Husqvarna. 11. J.Daiders/Stupelis (LV), VMC-Zabel. 12. Clohse/Haller (B/D), WSP-Zabel. 13. Weiss/Schneider (A), VMC-Zabel. 14. Santermans/L.Daiders(B/LV), WSP-Zabel. 15. Sanders/Soenens (B), WSP-Zabel. 16. Kunnas/Kunnas (FIN), WSP-KTM. 17. Dierckens/Rostingt (B/F), WSP-Zabel. 18. Steegmans/Sabbe (B), WSP-Husqvarna. 19. Heinzer/R.Betschart (CH), VMC-KTM. 20. Janousek/Janousek (CZ), WSP-Mega.

2. Lauf: 1. E.Bax. 2. D.Willemsen. 3. Giraud. 4. Hermans. 5. Vanluchene. 6. Wilkinson. 7. Van Werven. 8. Brown. 9. Dierckens. 10. Clohse. 11. J.Daiders. 12. Bürgler/M.Betschart (CH), VMC-KTM. 13. Cermak. 14. Rodionov/Linters (RUS/LV), WSP-Zabel. 15. Visscher/Visscher (NL), VMC-Zabel. 16. Santermans. 17. Kunnas. 18. Varik/Miil (EST), AYR-KTM. 19. N.Janssens/G.Janssens (B), WSP-Zabel. 20. Faustmann/Frech(D), VMC-Zabel.

WM-Stand nach 6 von 18 Läufen: 1. E.Bax 136. 2. Giraud 126. 3. D.Willemsen 116. 4. Brown 98. 5. Hermans 90. 6. Wilkinson 80. 7. Cermak, Vanluchene und J.Daiders je 74. 10. Santermans 57. 11. Bürgler 42. 16. Clohse 29. 17. Weiss 18. 20. Senz 16. 32. Cuche 5. 35. Heinzer 2. 36. Faustmann 1.



Am kommenden Sonntag (21.5.) stehen im südbadischen Schopfheim die nächsten DM-Punkte zur Verteilung an, eine Woche später gastiert die DM im ostdeutschen Pflückuff. Und zwischendrin lädt der MSC Kleinhau zum traditionellen Flutlicht-Motocross am Tag nach Christi Himmelfahrt (26.5.) ein. Am 28.5. finden dann die Läufe zur DAM-Meisterschaft der Gespannklasse statt.


Schopfheim

Motocross Pflückuff

 

Kleinhau

AK20/17, Fotos: Archiv AK

Info: msc-schopfheim.org/wb/, msc-kleinhau.de, msc-pflueckuff.de