Motocross - Härte zehn im weichen Sand

Sand, Sand und nochmals Sand. Im nordbelgischen Lommel dominierten erwartungsgemäß die Teams, die das Dünensurfen bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben.
Nachdem Genk als Austragungsort für den Grand Prix von Belgien in nächster Zeit nicht mehr zur Diskussion stehen dürfte und es an anderen tauglichen Strecken mangelt, müssen sich die Gespannteams für die nächsten Jahre auf die Lommel-Sahara einstellen – wohl oder übel. Wer in der WM vorne mitmischen will, tut also gut daran, ausreichende Trainingseinheiten im Tiefsand zu absolvieren. Ansonsten dürfte es ihm wie Valentin Giraud/Elvijs Mucenieks gehen. Das französisch lettische Duo hatte den niederländischen und belgischen Sandspezialisten in Lommel wenig entgegensetzen und büßte die Tabellenführung ein.

Von ihren Erfahrungen mit Tiefsand profitierten mit Daniël Willemsen/Robbie Bax und Etienne Bax/Nicolas Musset vor allem die beiden Gespanne, die nach dem GP von Frankreich in Chaumont wegen beanstandeter Benzinproben strafversetzt worden waren. Willemsen setzte sich beim ersten Start gleich an die Spitze und konnte Bax auf Distanz halten. Der wurde in der Folge beim Überrunden aufgehalten, der starke Youngster Julian Veldman mit Weltmeister Ben van den Bogaart im Beiwagen übernahm den zweiten Platz. Am Ende musste sich Bax mit Rang drei vor Marvin Vanluchene/Haralds Kurpnieks bescheiden. Eine starke Leistung boten Janis Daiders/Kaspars Stupelis: Die Letten fanden sich nach dem Start im Hinterfeld wieder und kämpften sich dann auf den 13. Rang vor. Dagegen hielten Koen Hermans/Kenny van Gaalen am Anfang gut mit, bis sie in eine Karambolage verwickelt wurden. Tomas und Ondrej Cermak, bereits nach dem Start im Mittelfeld versandet, kamen immerhin noch zu WM-Zählern.

Andreas Clohse/Andres Haller kamen im Sand gut zurecht und fuhren in die Top Ten. Weiterhin hatten sich Adrian Peter/Patrick Leskow auf direktem Weg qualifizieren können. Tobias Blank/Michael Klooz und Silvio Senz/Nick Maas schafften es über die „Last Chance“ ins Rennen und punkteten im ersten Lauf. Für Peter war bereits nach zwei Runden Schluss, weil die Kupplung streikte. „Meine Schuld! Wir hätten nach der Quali die Beläge wechseln sollen. Ich habe den Verschleiß hier im Sand unterschätzt“, kommentierte der Hesse reumütig. Von den Schweizern fuhren Christophe und Maxime Cuche in die Punkteränge. Kevin Battaglia/Philipp Furrer überschlugen sich in einem Sandloch.
Marcus Prokesch/Patrick Schmidt wurden bereits in der „Last Chance“ von einem Mitstreiter eingebremst und scheiterten knapp. Auch Sebastian Engelbrecht/Stefan Nicke und die Schweizer Fabian Hofmann/Cornelio Dorig meisterten diese schwere Hürde nicht. Immerhin hatte der Veranstalter eine „Support“-Klasse im Rahmenprogramm eingerichtet, in der die Nicht-Qualifizierten gegen andere Teams antreten konnten. Die Österreicher Weiss/Schneider waren dem Rennen ferngeblieben, nachdem Fahrer Benny immer noch an seiner hartnäckigen Virusgrippe laboriert. Auch Faustmann/Frech fehlten: Beifahrer Max muss zunächst seine Schulterverletzung vom Vorwochenende auskurieren.
Den zweiten Start gewannen wiederum Willemsen/Bax. Doch bald hatten sich Bax/Musset gegen Vanluchene/Kurpnieks durchgesetzt und machten diesmal erfolgreich Jagd auf den Multimeister. Wieder mischten Veldmans/van den Bogaart vorne mit, auch Daiders/Stupelis und Arne Dierckens/Luc Rostingt fuhren erneut stark. Hermans/van Gaalen sahen die Zielflagge hinter Giraud/Mucenieks als Achte.
Für die Gespanne aus Deutschland und der Schweiz sah die Bilanz diesmal magerer aus. Lediglich Clohse/Haller konnten trotz eines Sturzes an ihren Erfolg anknüpfen. Blank/Klooz mussten nach einem Sturz aufgeben, blieben aber unverletzt. Auch wenn viele Teams über die Streckenbedingungen schimpften, verbuchten sie ihren Auftritt in Lommel als notwendiges Tiefsand-Training. Am nächsten Wochenende (15./16.7.)erwartet sie in Straßbessenbach eine schnelle harte Bahn. Da dürften auch Giraud/Mucenieks wieder ernsthafte Sieganwärter sein.

Da GespannNews nach dieser Ausgabe Sommerferien macht, verweisen wir unsere Leser auf die Berichterstattung von http://www.speedweek.com und http://www.sidecarcross.be . Auf den GP in Straßbessenbach folgt am 29./30.7. der Grand Prix von Österreich in Möggers. Die Rennstrecke liegt direkt hinter der deutsch-österreichischen Grenze bei Lindau am Bodensee.

AK28/17

Resultate Motocross-Gespann-WM Lommel/B:

1. Lauf: 1. D.Willemsen/R.Bax (NL), WSP-Zabel. 2. Veldman/Van den Bogaart (NL), WHT-Husqvarna. 3. E.Bax/Musset (NL/F), WSP-Zabel. 4. Vanluchene/Kurpnieks(B/LV), VMC-Zabel. 5. Giraud/Mucenieks (F/LV), WHT-KTM. 6. Dierckens/Rostingt (B/F), WSP-Zabel. 7. Brown/J. Millard (GB), WSP-Zabel. 8. Gert van Werven/S. van der Putten (NL), WSP-TM. 9. Clohse/Haller (B/D), WSP-Zabel. 10. Kunnas/Kunnas (FIN), WSP-KTM. 11. Kinge/R.Humphrey (GB), VMC-Zabel. 12. Wilkinson/D. Chamberlain (GB), WSP-Mega. 13. J.Daiders/Stupelis (LV), VMC-Zabel. 14. N. Janssens/G. Janssens (B), VMC-Zabel. 15. Cuche/Cuche (CH), VMC-KTM. 16. Sanders/Soenens (B), WSP-Zabel. 17. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Mega. 18. Senz/Maas (D/NL), VMC-Zabel. 19. T.Blank/Klooz (D), VMC-Zabel. 20. Cools/Schlinnertz (B), WSP-Zabel.

2. Lauf: 1. E.Bax. 2. D. Willemsen. 3. Veldman. 4. Daiders. 5. Vanluchene. 6. Dierckens. 7. Giraud. 8. Hermans/Van Gaalen (NL), VMC-Zabel. 9. Brown. 10. Wilkinson. 11. Clohse. 12. Van Werven. 13. Santermans/L.Daiders(B/LV), WSP-Zabel. 14. J.Keuben/Rietmann (NL), VMC-Zabel. 15. Kops/Kuijpers (NL), WSP-Husqvarna. 16. Janssens. 17. Varik/Miil (EST), AYR-KTM. 18. Sanders. 19. Kunnas. 20. Kinge.

WM-Stand nach 14 von 28 Läufen: 1. E.Bax 274. 2. Giraud 268. 3. D.Willemsen 248. 4. Brown 206. 5. Vanluchene 199. 6. Hermans 182. 7. J.Daiders 175. 8. Cermak 159. 9. Wilkinson 148. 10. Veldman 132. 14. Clohse 92. 17. Bürgler 54. 19. Cuche 43. 22. Heinzer 23. 23. Senz 23. 25. Weiss 18. 29. T.Blank 13. 38. Battaglia 6. 47. Faustmann