Motocross - Sidecar-Festival in Schopfheim

Gleich in zwei Klassen starteten die Gespanne beim 52. Motocross im südbadischen Schopfheim. In der Deutschen Meisterschaft siegten mit Tomas und Ondrej Cermak die Gaststars, im Veteranen-Cup legten Dietmar Schmid/Torsten Seubert den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung.
Der Kampf um die deutsche Meisterschaft bleibt auch nach Beginn der zweiten Halbzeit spannend. In Schopfheim konnten Andreas Clohse/Andres Haller den Rückstand auf die Tabellenführer Kristof Santermans/Lauris Daiders wieder verkürzen. Nach ihrem verletzungsbedingten Ausfall beim zweiten DM-Lauf in Wriezen drei Wochen zuvor hatten Titelverteidiger Andreas Clohse und sein diesjähriger Beifahrer Andres Haller ihre Tabellenführung an Santermans/Daiders abgeben müssen. Doch nachdem Clohse seine Blessuren schnell auskurieren konnte, zeigte er sich wieder in Topform. Für Siege auf dem schnellen Kurs im südbadischen Schopfheim reichte es bei bestem Frühlingswetter allerdings nicht, denn Tomas und Ondrej Cermak gelangen in beiden Läufen Blitzstarts. Schnell waren die tschechischen Gaststars dem Feld enteilt, während sich die Verfolger zunächst sortieren mussten.

Im ersten Lauf konnten sich Benjamin Weiss/Patrick Schneider gegen Clohse durchsetzen und den zweiten Platz einfahren. Wichtiger für den amtierenden Meister war jedoch, dass er Santermans hinter sich lassen konnte. Noch besser lief es im zweiten Rennen: Während Santermans zwischenzeitlich sein Tempo drosseln musste und die Zielflagge daher nur als Zwölfter sah, beendeten Clohse/Haller das Rennen als Zweite.
Der zweite Start musste wiederholt werden, nachdem Weiss/Schneider schwer stürzten. Fahrer Benjamin wurde mit Verletzungen am Kopf ins Krankenhaus transportiert, ist aber mittlerweile wieder daheim. Vom Neustart profitierten die Lokalmatadoren Joachim und Philipp Reimann, die beim ersten Anlauf schlecht vom Gitter weggekommen waren.
Hinter Clohse/Haller waren einmal mehr Marcel Faustmann/Max Frech das beste deutsche Team. Dem siebten ließ die schwäbisch-badische Formation einen dritten Rang folgen. „Dabei hatten wir Glück, dass Kunnas/Kunnas zurückfielen“, bemerkte Faustmann. Auch Tobias Blank/Michael Klooz legten im zweiten Durchgang nochmal zu und wurden damit Tages-Vierte.

Deutsche Meisterschaft

Im DMSB-Pokal sammelten André Knübben/Mario Ilten die meisten Zähler und bauten damit ihren Vorsprung auf Robert Pietzer/Michael Nikolaus aus. dm-1.-lauf.pdf [52 KB] - dm-2-lauf.pdf [616 KB] - dm-gesamt.pdf [480 KB]

Veteranen-Cup

Beim ersten Rennen zum Veteranen-Cup schenkten sich Dietmar Schmid/Thorsten Seubert und Martin Kobi/Simon Wälti nichts. Nachdem Bruno Kälin bereits mit Axel Richter um DM-Punkte kämpfte, stand er als Beifahrer für Dietmar Schmid bei Auftaktrennen in Schopfheim nicht zur Verfügung. Doppelstarts sind nicht zulässig, und so half Torsten Seubert im Seitenwagen des letztjährigen Cup-Siegers aus. Bei den Starts in Schopfheim bewies der fünffache Pokal-Gewinner einmal mehr seine Routine. Vor den Schweizern Kobi/Wälti bog er in die ersten Kurven ein. Doch die Schweizer blieben auf der Lauer. Ihre Chance nutzten sie, als Schmid nach einem Sprung in einem Loch landete und mit dem Brustkorb auf den Tank knallte. Nach Luft ringend, rettete er den zweiten Platz ins Ziel.
Im zweiten Lauf hatten Schmid/Seubert die Eidgenossen dann im Griff. Diese wiederum mussten kämpfen, um Volker und Moritz Barrabas auf Distanz zu halten. Zweimal auf dem vierten Rang sah das Vater-Sohn-Duo Peter Pitz/Julian Zimmermann die Zielflagge. Der junge Beifahrer des Cup-Siegers von 2011 hat mittlerweile genug Kraft und Routine, um das Tempo im Vorderfeld mitgehen zu können. Bei Rolf Bremer steht derzeit Edwin Magnus im Boot, früher mit Organisator Dirk Prill unterwegs. Derweil konnte Harald Pelzer Brian Meyer, den jüngeren Bruder von Beat als Bootsmann anheuern. Der wohl prominenteste Beifahrer stand allerdings bei Claus Binder im Boot: Alois Wenninger war hinter dem Lenker mit einem Vize-WM-Titel bekanntlich noch viel erfolgreicher als im Seitenwagen.
Mit Maik Hug/Beat Meyer und Mark Tellermann/Hendrik Arndt starteten in Schopfheim gleich zwei Lokalmatadoren. Letztere verpassten den zehnten Tagesrang hinter Hug knapp. Ehepaar Reimann, im letzten Jahr Cup-Vierte, mussten dagegen auf ihr Heimspiel verzichten. Fahrer Julius hat sich beim Klassik-Rennen in Kramolin die Schulter derart verletzt, dass er möglicherweise für einige Zeit ausfällt – sehr zum Leidwesen von Gattin Veronika.
Solche Gründe für den Verzicht auf eine Teilnahme sind absolut nachvollziehbar. Unsportlich mutet dagegen das Verhalten mancher anderen Teams an: „Einige Cup-Teilnehmer haben sehr kurzfristig, teilweise erst am Freitag vor dem Rennwochenende, abgesagt. Das, obwohl sie schon länger wussten, dass sie nicht kommen werden. Wir hatten mehrere Anfragen von Gaststartern, die gerne bei uns gefahren wären. Denen hätten wir nicht absagen müssen, wenn die betreffenden Teams uns rechtzeitig informiert hätten“, lässt Organisator Dirk Prill erbost wissen.
Der Unmut ist sicher berechtigt, denn volle Starterfelder kommen beim Publikum und auch bei den Veranstaltern zweifellos besser an. Ein attraktiver Auftritt ist für den Veteranen-Cup noch viel wichtiger als für die DMSB-Klassen, da er nur auf diesem Weg Veranstalter überzeugen kann. So muss die Veteranenszene zwangsläufig sehr diszipliniert an einem Strang ziehen, wenn sie ihre Serie am Leben halten will. Andernfalls läuft sie Gefahr, nur noch sporadisch Startmöglichkeiten zu bekommen – schon weil dann nicht mehr die Cup-Macher das komplette Paket liefern, sondern jeder Veranstalter auch diese Klasse in Eigenregie ausschreiben und organisieren muss. Welche Clubs wollen und können das heute noch leisten? Nicht nur der MSC Schopfheim beklagt, dass sich immer weniger Mitglieder aktiv in die Organisation einer Veranstaltung einbringen wollen.
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Bereits am anstehenden Wochenende findet im ostdeutschen Pflückuff das nächste Rennen zur DM statt (http://www.msc-pflueckuff.de ). Außerdem sei auf das traditionsreiche Flutlicht-Motocross des MSC Kleinhau am Tag nach Christi Himmelfahrt (26.5.) hingewiesen, an dem auch Klassikrennen mit Gespannen ausgetragen werden (http://www.msc-kleinhau.de ).

AK21/17, Fotos AK, Team Faustmann

Resultate:

DM-Stand nach 10 von 18 Läufen:
1. Santermans 174. 2. Clohse 164. 3. Weiss 156. 4. Faustmann 148. 5. Senz 127. 6. T.Blank 121. 7. Cermak 115. 8. Steegmans 114. 9. Battaglia 100. 10. Reimann 97.

DMSB-Pokal-Stand nach 10 von 18 Läufen: 1. A.Knübben 155. 2. Pietzer 152. 3. Kerbs 102. 4. T. Hannuschke 82. 5. Koch 73.

Veteranen-Cup-Stand nach 2 von 14 Läufen: 1. Schmid u. Kobi je 67. 3. Barrabas 60. 4. Pitz 56. 5. Bremer 51.



Termine Veteranen-Cup:

3./4.6 Beuern
12./13.8. Bramberg
1./2.7. Weimar-Wolfhausen
12./13.8. Bramberg
19./20.8. Sontra
9./10.9. Hennweiler
30.9./1.10. Höchstädt