Trial - Harte Kämpfe in Gressenich

Am 13. und 14. Mai war es wieder soweit: Gespanntrial bei der MSIG Gressenich. Im Rahmen des D-Cups der Soloartisten wurde der dritte und vierte Lauf des DMV-Gespanntrial-Championats sowie der DMV-Speedtrial-Challenge ausgetragen. Teilnehmer aus drei Nationen kämpften sich bei unerwartet guten Wetterbedingungen durch anspruchsvolle Sektionen.
Die Pokalklasse (ehemals Anfänger-Klasse) scheint dieses Jahr fest in der Hand der „alten Hasen“ zu liegen. So behaupteten sich zunächst die Gewinner der beiden ersten Läufe, das Team Freiberg/Sommer-Freiberg, auch im dritten Lauf am Samstag mit großem Abstand. Am Sonntag zeigte dann Willi Rüth, was mit der Erfahrung vieler Gespanntrial-Jahre möglich ist. Er startete gleich zweimal und konnte sowohl mit Beifahrer Peter Hoff als auch mit Beifahrerin Ilka Börstinghaus Nullrunden einfahren, während sich Freiberg/Sommer-Freiberg gleichzeitig eine ärgerliche Fünf beim Überfahren einer Begrenzung einhandelten.

Am Sonntag zeigten dann die Newcomer Hauke und Bennet Wandrowski aus dem hohen Norden Deutschlands, dass mit ihnen in Zukunft zu rechnen sein wird. Das Vater-Sohn-Duo fuhren mit einer Eins nach 24 Sektionen das bisher beste Ergebnis ihrer DMV-Gespanntrial-Karriere ein und landeten noch vor Freiberg/Sommer-Freiberg auf dem Treppchen. Man kann gespannt sein, wie sich diese Konkurrenz entwickelt.
Für eine besondere Augenweide sorgte am Samstag Rudi Leclercq, ein Könner aus Belgien, der mit seiner kleinen Tochter auf dem Beiwagen wunderbar entspannt und ganz im Sinne der Gespanntrial-Frühförderung seine Runden drehte und so fast spielerisch in der Pokalklasse auf den zweiten Platz fuhr.
Auch die Dreiräder in der Klasse Cup (ehemals Fortgeschrittene) durften sich über versierten Besuch freuen.

Heinz Franken trat mit Clubkamerad Tom Grossmann als Beifahrer auf seinem legendären Triumph-Twin-Gespann an. Allein der Klang des Geräts war für die Anwesenden Grund zur Freude. Natürlich war das Team noch nicht eingespielt, zeigte aber mit einem dritten Platz, dass mit der englischen Lady im Wiederholungsfall zu rechnen ist.
In bestechender Form präsentierte sich das Gespann mit Jörg Günther und seinem Beiwagen-Flüsterer Gert Friedrich. Diesmal nicht auf der guten alten Beamish, sondern mit modernem Gerät unterwegs, fuhr das Duo an beiden Tagen die ersten Plätze der Klasse Cup ein. Gert Friedrich übernahm kurzfristig auch die Vertretung für Jendrik Seibert auf dem Gespann von Peter Richter. Die beiden harmonierten auf Anhieb und konnten sich über zwei zweite Plätze am Samstag und am Sonntag freuen.
Und noch einmal leistungsstarker Besuch am Samstag! Diesmal in der Trophy-Klasse (ehemals Experten). Michael Franken, der einige Jahre verletzungsbedingt pausieren musste, trat mit Sven Dohmen als Beifahrer an. Dazu gesellten sich die Niederländer Van Saane/ Van Saane, die Belgier Dréze/Dréze sowie Leclercq/Cornet und last but not least die Serienmeister aus dem Bergischen, das Ehepaar Bauss/Bauss.
Damit war der Grundstein für einen spektakulären Wettbewerb gelegt, in dem jeder Fehler die Entscheidung bringen konnte. Und so kam es am Ende auch. Michael Franken fuhr technisch brillant und nervenstark, aber eben auch mit hohem Risiko. Was eine Freude für die Zuschauer war, bescherte ihm aber auch die entscheidende zweite Fünf, was bei dieser hochklassigen Konkurrenz letztlich nicht mehr auszugleichen war. Und auch an der Spitze wurde jeder Fehler hart bestraft, sodass Bauss/Bauss am Samstag nur mit dem zweiten Platz hinter Van Saane/Van Saane vorlieb nehmen mussten. Ein Bild, das sich am Sonntag fast identisch wiederholte.
Und als wäre das nicht genug enger Wettbewerb gewesen, führten die Routiniers aus dem Bergischen die Auseinandersetzung mit den Niederländern auch im Speedtrial am Sonntag fort.
Nach zwei gezeiteten Runden lagen beide Teams nur sieben Hundertstelsekunden auseinander. Bei einer handgestoppten Zeit mit einer Genauigkeit von kaum mehr als zwei Zehntel-Sekunden musste das Stechen entscheiden.
Die Teams schenkten sich nichts, die Zeiten purzelten um weitere zwei Sekunden, aber der Abstand zwischen den Niederländern und den Deutschen blieb bis in den Hundertstel-Bereich identisch. So hatte der Veranstalter keine Wahl und vergab zwei erste Plätze.
Die Bestzeit am Samstag fuhren Michael Franken/ Sven Dohmen vor Van Saane/ Van Saane sowie Leclercq/Cornet.
Es tut sich was im Gespanntrial-Sport. Wir danken der MSIG Gressenich für ein geniales Wochenende und freuen uns auf Grossheubach am 30. September!

Patrick Mosses 21/17

Weitere Infos: sidecartrial.com