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ABS - Sturm im Wasserglas?

 

Können moderne Bremssysteme mit ABS-Funktion ausfallen? Diese Frage bewegt aktuell die Gespannszene, nachdem es in der Vergangenheit Berichte gab, die diesen Verdacht aufkommen lassen. Aus diesem Anlass trafen sich nun diverse Anbieter zu einer Informationsveranstaltung, bei der zunächst Ingenieure der Continental AG über die technischen Grundlagen ihres Antiblockiersystems MIB referierten - eine Eigenentwicklung, die in Motorrädern verschiedener Marken zum Einsatz kommt. Dabei stellten die Conti-Vertreter klar, was ohnehin bereits bekannt und sicher auch nachvollziehbar ist: Wie die Hersteller der Basismotorräder und auch die Mitbewerber erteilt Conti für seine ABS- und Kombibremssystemen keine Freigaben zum Gespann- oder Mototrike-Umbau. Alle ABS-Systeme und ihre Steuerungen sind speziell auf die Solomotorräder zugeschnitten, Änderungen an irgendwelchen Parametern sind ohne aufwändige Berechnungen und Versuche von daher nicht kalkulierbar. Sobald BMW, Honda, Conti oder Bosch Eingriffe in ihre Anlagen zulassen würde, hätte dieses unmittelbare Auswirkungen auf die Produkthaftung.

 

Es bleibt also den Gespann- und Trikebauern überlassen, für das Funktionieren ihrer Bremsanlagen Sorge zu tragen. Doch wie dies stattzufinden hat - darüber gingen die Meinungen der Teilnehmer auseinander. Sind Eingriffe in ABS-Anlagen der Basismaschinen generell abzulehnen? Können einzelne Anlagen so umgerüstet werden, dass Sicherheitseinbußen oder gar Ausfälle zuverlässig vermieden werden? Oder sind derzeit von einigen Anbietern erfolgte Maßnahmen bereits ausreichend? Bei der Vielfalt der ABS-Systeme und der Umbaukonzepte lassen sich diese Fragen sicher nicht pauschal beantworten. Jedenfalls besteht in der Branche baldiger Klärungsbedarf - auch vor dem Hintergrund, dass ABS demnächst für neu zugelassene Gespanne und Moto-Trikes Pflicht werden dürfte.   Unabhängig davon sollten Gespannfahrer einige Dinge beachten, um die Funktionsfähigkeit der in ihrem Fahrzeug verbauten Bremsanlage nicht durch eigene Fahrlässigkeit zu beeinträchtigen. So sind die Inspektionsintervalle einzuhalten und dabei die Bremsanlagen entsprechend den Vorgaben der Motorrad- respektive Gespannhersteller zu warten. Wer meint, dies dank entsprechender Kenntnisse selbst erledigen zu können, sei darauf hingewiesen, dass die komplexe Bremsentechnik ohne die entsprechenden Diagnosegeräte nicht mehr uneingeschränkt beherrschbar ist. Ganz nebenbei spielen nicht zuletzt der Abnutzungsgrad von Bremsscheiben und -klötzen eine noch bedeutendere Rolle als bei konventionellen Bremsen. Überdies ist der Zustand der elektrischen Anlage von Bedeutung: Lichtmaschine und Batterie müssen genug Kapazität aufweisen, um den Strombedarf der Steuerung auch bei intensiver Bremsennutzung zu bedienen. Sollten darüber hinaus irgendwelche Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Bremsen bestehen, ist es unbedingt ratsam, zunächst den Hersteller des Gespannes zu konsultieren. 

 

GespannNews wird das Thema weiter verfolgen und berichten, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

AK45/10