Motorvisionen - Chimäre
Mit Motorvisionen tritt ein weiterer Hersteller von Conversion-Trikes auf den Plan. Hinter dem im Dresdner Ortsteil Zöllmen ansässigen Unternehmen stecken Uwe Sickert und Marko Böhmer. Als Umbauobjekte bevorzugt das Duo bislang Maschinen von Harley-Davidson. Dabei geht es - wie der Firmenname bereits signalisiert - weniger um die Produktion von Serientrikes für den Hausgebrauch als um individuelle Design-Dreiräder. Nach dem Hades auf Sporty-Basis, das wir in einer unserer nächsten Ausgaben zeigen werden, hat MotorVisionen 2009 das Modell Chimäre kreiert.
Chimäre, so erklärt Sickert den Modellnamen, ist ein Begriff der griechischen Mythologie, aber auch der Genetik. Das Wesen besteht aus verschiedenen genetisch unterschiedlichen Zellen, ist aber ein Individuum. Quasi wie das Trike. Aufgebaut aus Motorrad und Auto ist etwas Neues, Gebrauchsfähiges entstanden: das TRIKE mit Motorradmotor.
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Basis des hier gezeigten Trikes ist eine 1994er HD Evo Softail, die zunächst komplett zerlegt wurde. Schwinge und Achse stammten vom holländischen Trike-Spezialisten XCaliber (früher VG). Für den Einbau in das Chimäre wurde die Einheit ebenfalls zerlegt und das Differentialgetriebe nach dem Entlacken poliert. Über der Achse befindet sich eine Kiste, deren Einlagen verchromt sind. Diese Transportvorrichtung installierte MotorVisionen nicht ohne Hintergedanken: "In Deutschland zählt dieses Trike als dreirädriges Kfz ohne Kat und wird auch so besteuert. Die Kiste sollte hier zu einer Besteuerung als Lkw dienen, wo nach Zuladekapazität besteuert wird. Bis jetzt ist allerdings noch keine Übereinkunft mit dem Finanzamt zustande gekommen." Da bleibt zu hoffen, dass die Finanzbehörde dieser Einschätzung letztlich doch folgt.
Hinten läuft das Chimäre auf verchromten "Jesse James"-Rädern in 10 x 20 Zoll, die eigentlich in schweren US-Pickups Verwendung finden. Bereift sind sie mit Vredestein-Profilen in 255/30 x 20, die Bremszangen steuert Brembo bei. Die Fender bestehen aus hochfestem, bruchsicherem und durchsichtigem Acrylglas. In die Schutzblechhalter sind Rück-, Brems- und Blinklicht in Klarglas integriert. Das Kennzeichen wird von zwei Schrauben mit LED gehalten, welche gleichzeitig als Beleuchtung dienen.
Vorne übernimmt eine sonst in Kawasaki-Modellen verwendete Upside-Down-Gabel mit speziellen, hochstabilen Gabelbrücken die Führung des verchromten Revtech-Eliminator-Vorderrades in 3.5 x 21 Zoll, Bereifung: Avon 120/70 x 21. Auch die Bremszangen der Doppelscheibenanlage stammen von Kawasaki. An den Enden des Micron-Sportlenkers finden sich LED Blinker. Die gefrästen, schwarzen Armaturen stammen von den Mammouth Choppers, die Spiegel von Arlen Ness. Die Griffe ließ MotorVisionen passendend zum Schaltgestänge drehen und dann verchromen. In den ebenfalls verchromten Iowa-Scheinwerfer ist ein Mini-Tacho von Motogadget eingefasst.
Motor und Anbauteile sind in schwarz gehalten. Bis auf einen Dynajet-Kit befindet sich der V-Twin im Originalzustand, seine Kupplung ist auf hydraulische Betätigung umgebaut. Die speziell angefertigte Edelstahl-Krümmeranlage wurde nach Fertigstellung hochglanzpoliert. Beidseitig unter der Kiste sind die originalen Endtöpfe einer 2000er Softail befestigt. Von einer BMW adaptierten die Dresdner die vorverlegte und polierte Fussrastenanlage. Das Chimäre ist in dieser Ausführung für den Straßenverkehr zugelassen und kann mit Pkw-Führerschein gefahren werden.
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Kontakt: http://www.motor-visionen.de
AK 22/10























