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Rewaco - Die tun was

 

Durchaus berechtigt kann man den Werbeslogan eines großen Autoherstellers aus der Nachbarschaft für den Oberbergischen Trike-Spezialisten adaptieren. Denn Rewaco gibt mit seinen Conversion-Trikes derzeit richtig Gas. Wie bei der Präsentation des CT 800 S auf Basis der Suzuki Intruder 800 vor einem Jahr angekündigt, ist nun das CT 1800 S als dreirädriger Ableger der großen Intruder in Serie gegangen. Und weitere Modelle sollen alsbald folgen - zunächst ein Trike mit der Suzuki M 1500, das allerdings sportlicher orientiert sein wird als die bisherigen CT-Tourendreier. Dann hat Rewaco höchst interessante Pläne mit Motorrädern anderer Marken, zu denen wir allerdings ein befristetes Schweigegelübde abgelegt haben. Nur soviel: Ein BMW-Trike wird diese bereits zum Frühjahr angekündigte Neuheit nicht.

 

 

 

Da fragt sich der geneigte Szenenkener, ob es denn überhaupt einen Markt für derart viele Moto-Trikes gibt. Bisher war der nicht zu erkennen - einfach weil ihn kein Unternehmen intensiv "beackert" hat. Rewaco wartet dagegen nicht, bis Händler und potentielle Kunden aufmerksam werden. Vielmehr tingelte ein Vertreter des Unternehmens in den letzten Monaten mit einem CT 800 S durch die Suzuki-Händlerschaft und ließ die Verkäufer ebenso wie die Werkstattleiter probefahren. Nicht wenige kamen mit dem mittlerweile sprichwörtlichen Grinsen, aber ohne ihre vorherigen Vorurteile zurück und orderten. So kann Rewaco mittlerweile eine beachtliche Stückzahl melden und auch bei Suzuki Deutschland in Heppenheim dürfte man nicht unfroh über die zusätzlichen Verkäufe sein. Und ganz nebenbei: Auch wenn Rewaco seinen Werbefeldzug primär aus Eigeninteresse gestartet hat, hilft dieser doch der Sache insgesamt. Denn je mehr Conversions auf Deutschlands Straßen rollen, desto neugieriger werden die Leute. Auf solch eine Strategie hätte schon früher ein Unternehmen kommen können...

 

 

Als erstes Fachmedium hatte GespannNews die Möglichkeit, das CT 1800 S zu fahren. Vom technischen Konzept her entspricht es dem 800er: Der Vorderradnachlauf ist über Gabelbrücken auf etwa 55 mm modifiziert. Hinten trägt eine gezogene, über ein Federbein abgestützte Schwingenkonstruktion eine Starrachse mit Differentialgetriebe. Für das mit 105 PS deutlich leistungsstärkere CT 1800 S wählte Rewaco eine auf 1180 mm verbreiterte Spur. Damit wuchs die Gesamtbreite auf 1480 mm, was zulassungsrechtlich zusätzliche Scheinwerfer notwendig macht. Mit einem Radstand von 1950 mm wirkt dieses Trike insgesamt massiger, was sich zwar in einer noch satteren Straßenlage, nicht aber im Handling niederschlägt. Ohne sonderlichen Kraftaufwand lässt es sich auch durch enge Kurvenfolgen zirkeln. Der Geradeauslauf ist auch auf schlechten Wegstrecken untadelig. Unsere Vorbehalte gegen Starrachsen kann das CT 1800 S dabei weniger bestätigen als bisher gefahrene Konstruktionen mit dieser Technik. Das mag an der breiteren Spur, an dem mit 125 mm relativ langen Federweg und an dem niedrigen Druck von etwa 1,2 bar liegen, den Rewaco richtigerweise für die mit 255/45 x 17 breiten Reifen empfiehlt.

 

Wie vom Gesetzgeber gefordert, werden alle drei Räder über die pedalbetätigte Verbundbremsanlage verzögert. Doch sind nur jeweils zwei Kolbenpaare der vorderen Sechskolbenzangen in das System integriert. Die übrigen beiden Kolbenpaare aktiviert die zusätzliche Handbremse. Während das Räder-Trio mit der Pedalbremse kaum zum Blockieren zu bringen ist, pfeift das mit 150/80 x 16 bereifte Vorderrad beim forcierten Zug am Handhebel über den Asphalt, ohne dabei aus der Spur zu geraten. Am effektivsten arbeiten die Stopper bei gemeinsamer Betätigung.
Wer mehr als genüsslich flanieren möchte, ist mit dem dicken V-Twin allemal besser als mit dem Motor der kleinen Intruder bedient. Der 1800er macht schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Druck und verleiht dem Trike eine beachtliche Dynamik. Dass Rewaco auf eine breitere Spur setzt, ist da nur konsequent.
 
Auch dieses Trike wirkt so professionell gemacht und qualitativ gediegen, wie man dies von den Langgabel-Dreiern der Lindlarer her gewohnt ist. Und weil Schieben beim Einparken vor der Eisdiele "uncool" ist, bietet Rewaco wie für die anderen Conversions einen Rückwärtgang ein (945 Euro), bei dem sich per Knopfdruck ein Elektromotor in den Wellenantrieb einklinkt. Damit es keinen Zahnradsalat gibt, funktioniert dies nur bei eingelegtem Leerlauf und zusätzlich gezogener Kupplung. Sicher ist sicher...
 

 

Info: http://www.rewaco.com

AK 50/09