Fun-Trike - Starcruiser
Nachdem der Schnee nun getaut und das Salz vom Regen fortgespült ist, kann man sich endlich wieder guten Gewissens mit edlen Dreirädern auf die Straße wagen. GespannNews nahm daher alsbald die lang erwartete Gelegenheit wahr, das Starcruiser 950 von Fun-Trike zu fahren. Über die Entstehungsgeschichte und die Technik hatten wir bereits im letzten Herbst ausführlich berichtet - siehe Fun-Trike - Starcruiser . Hier nun Fotos und erste Fahreindrücke.
Zunächst fällt auf, dass Sitzposition und Lenkergonomie zumindest für Fahrer unter etwa 1,75 m Körperlänge ausgesprochen gelungen sind. Selbst bei vollem Lenkeinschlag reicht die Armlänge, um das Starcruiser ohne Verdrehen des Rumpfes zu dirigieren und gleichzeitig Kupplung oder Bremse zu betätigen. Bei den meisten bisher gefahrenen Conversion-Trikes auf Basis von Cruisern lässt sich dies nicht derart problemlos bewerkstelligen. Inzwischen hat Erbauer Peter Roski auch die Lenkgeometrie mittels gefräster Gabelbrücken angepasst. Entsprechend leicht lässt sich das 278 Kilo schwere Starcruiser bei etwa 60 mm Vorderradnachlauf lenken, ohne dabei nervös zu wirken. Bei einem Wendekreis von 4,83 m gemessen an der Mitte des innenlaufenden Hinterrades braucht man etwa sieben Meter Straßenbreite, um das Trike ohne Reversieren in die entgegengesetzte Fahrtrichtung zu drehen.
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Überhaupt macht das Starcruiser trotz seiner Länge von 2,44 m einen kompakten Eindruck. Die niedrige Sitzposition kommt dem Schwerpunkt und damit einer satten Kurvenlage zugute. Trotz nur 1,04 m Spurbreite (gemessen von Radmitte zu Radmitte) behält das innenlaufende Rad selbst bei zügiger Fahrt Fahrbahnkontakt. Beschleunigt man hart aus der Ecke, pfeift es allerdings über den Asphalt. Diese auch bei anderen Motortrikes festzustellende Eigenart hat ihre Ursache in den wirkenden Fliehkräften, die bei den im Conversiontrike-Bau üblichen schmalen Spuren leichteres Spiel haben als bei den breiter bauenden Langgabel-Dreiern. Störende Seitenneigung ist dem Starcruiser jedoch - schon bedingt durch die Starrachse und den recht kurzen Federweg - fremd.
Die Bremsen lassen sich separat bedienen. Zulassungsrechtlich werden bei Trikes für die Serie Verbundanlagen gefordert, doch erlaubt die Einzelabnahme Ausnahmen. Roski bevorzugt die Trennung von Hand- und Pedalbremse zum einen, weil so der Motorrad-Charakter stärker gewahrt bleibt. Noch bedeutsamer aber scheint der Erhalt der Lenkfähigkeit auf schlüpfrigem Straßenbelag - zumindest wenn man die Vorderbremse richtig zu dosieren weiß. ABS gibt es für solche Trikes schließlich nicht.
Obwohl nur mit 54 PS gesegnet, macht der V-Twin der Yamaha XVS 950 A genügend Druck, um nicht nur auf der Flaniermeile Spaß zu bieten. Der flüssiggekühlte Vierventiler der Midnight Star zieht ohne Murren aus dem Drehzahlkeller, sein Sprintvermögen erlaubt flottes Vorankommen auf Stadt- und Landstraßen. Etwa 150 km/h Höchstgeschwindigkeit lassen dabei auch Autobahnetappen nicht zur Qual werden.
Wer ein ausgewogenes und gut verarbeitetes Conversion-Trike der Mittelklasse sucht, kann das Starcruiser unbedenklich ins Kalkül ziehen. Für Triker, die gerne mehr Dampf zur Verfügung haben, stellt Roski mit gleicher Technik auch die 73 PS leistende XVS 1300 A oder die gar 90 PS starke XV 1900 auf drei Räder.
Kontakt: http://www.fun-trike.de
AK13/10













