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Rennen - Klassik gibt Gas

 

 

 

Nicht nur bei Motocross und Trial gibt es Wettbewerbe mit Gespannen. Auf Rundkursen veranstaltet der Veteranen Fahrzeug Verband (VFV) schon seit Jahren die Deutsche Historische Motorradmeisterschaft (DHM) auch mit Gespannklassen. Aktuell gibt es für Seitenwagenmaschinen folgende Klasseneinteilung:

M Sitzer, mindestens 18 Zoll-Räder, max 600 ccm, bis Bj 1967 (auch Vorkrieg)
N Sitzer, mindestens 16 Zoll-Räder, max 600 ccm, Bj. 1950-1967
P Kneeler, mindestens 16 Zoll-Räder, max 600 ccm, Bj. 1950-1967
Q Sitzer, maximal 15 Zoll-Räder, max 1000 ccm, bis Bj. 1978
Y Grand Prix-Gespanne, max. 500 ccm, Bj. 1968-1983
Z Kneeler, max 1000ccm, bis Bj. 1978

Für die mit Gleichmäßigkeitsläufen ausgetragene Meisterschaft werden die Klassen in vier Wertungsgruppen zusammengefasst. Gefahren wurde 2010 auf folgenden Rennstrecken: Nürburgring, Hockenheimring, Oschersleben und Metz; dazu auf den Flugplätzen Hildesheim und Dahlemer Binz sowie auf dem Stadtkurs Schotten.

 

Albert und Gudrun Giesmann  Bernd Fitsch-Botho Soltau  Dr. Stefan Elisat-Hennig Stöter  Gruppenbild 

 

Pokale

In der hessischen Motorsportstadt fand dann auch Ende Oktober die Siegerehrung statt. Als Meister aller Klassen durften zunächst Peter und Benedikt Heine ihre Pokale entgegen nehmen. Das Duo aus Au fuhr mit seinem BMW-Kneeler mit Zwölf-Zoll-Bereifung (Klasse Z) in neun Meisterschaftsläufen acht Mal auf das Podest. Mit einer Gesamtabweichung von nur 18,33 Sekunden mussten die Sieger bis zum Schluss kämpfen, um sich gegenüber 278 in die Deutsche Historischen Motorradmeisterschaft eingetragenen Fahrern durchsetzen zu können. Während des gesamten Saisonverlaufes gehörten sie zu den schnellsten Fahrern. So umrundeten sie beispielsweise den 5,1 km langen Rundkurs des Nürburgringes in einer Zeit von 2,51 Minuten, was etwa einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108 km/h entspricht. Ein Wert, den viele Solomotorräder nicht schafften.
Die BMW RS der Meister wird von einem 1000 ccm-Gleitlagermotor mit ca. 80 PS befeuert und verhilft dem Gespann zu einer Spitzengeschwindigkeit von ca. 220 km/h. Es wurde bereits 1973 zunächst von Franz Steidel aus Leimen gefahren und 1974/75 in der WM eingesetzt. Der 1977 bei einem Bergrennen verstorbene Helmut Schilling schaffte mit Beifahrer Frank Knighs bei der TT 1975 den 4. Platz. In den Jahren 1976 bis 1979 wurde der Boxer von Friedel Reinhardt aus Oberursel bei nationalen Rennen eingesetzt. Heute wird das geschichtsträchtige Gespann von den frischgebackenen DHM-Meistern regelmäßig bei Klassikveranstaltungen bewegt. Vater und Sohn bewiesen 2010, dass sie ihr Fahrzeug nicht nur technisch perfekt instandhalten, sondern auch fahrerisch im Griff haben. Platz zwei der Gesamtwertung belegten Martha und Klaus Baumgärtner aus Dolgelsheim auf einer BMW (Klasse Q). Auf dem dritten Rang folgte mit Harry und Jan Hendrik Held aus Fehl-Ritzhausen ein weiteres BMW-Gespann (Klasse P). Damit hatten die Seitenwagen-Spezialisten das Siegerpodest der DHM in diesem Jahr voll unter Kontrolle.

 

Guido Born-Walther Schuhmacher  Paul Stanik-Klaus Heller Stanik
vor Heiner und Maria Schwake  
Harry u. Jan Hendrik Held, Peter u. Benedikt Heine, Klaus u. Martha Baumgärtner (v.l.) 

 

Infos zur DHM und sonstigen Aktivitäten des VFV finden sich unter http://www. vfv-historik-motorrad.de

AK/Stephan Otto
Fotos: Dennis Witschel
48/10